Moderne Gewerbeimmobilien verbinden Architektur mit Funktionalität. Neben der Energieversorgung und Gebäudetechnik rückt aber auch die interne Organisation von Lager- und Arbeitsflächen stärker in den Fokus. Ziel ist es hier, möglichst produktive Arbeitsabläufe zu ermöglichen. Aber nicht nur dass, eine durchdachte Innenlogistik steigert auch die Flächennutzung und erhöht die Sicherheit innerhalb des Gebäudes.
Ein Raumkonzept aus logistischer Perspektive entwickeln
Bereits in der Entwurfsphase prägt die spätere Nutzung die Raumstruktur. Offene Produktionsbereiche und Lagerzonen greifen zwar ineinander, verlangen gleichzeitig aber auch eine klare Unterteilung. Auch Anlieferzonen und die internen Transportwege sollten möglichst frühzeitig mit in das Flächenkonzept einfließen, damit die Wege zwischen dem Lager und dem eigentlichen Arbeitsbereich möglichst kurz bleiben. Eine solche Aufteilung sorgt für mehr Übersicht im Gebäude. Die Materialien kommen gezielt von A nach B, wodurch auch ungewollte Zwischenlagerungen an nicht vorhergesehenen Plätzen vermieden werden können.
Vertikale Lagerkonzepte als fester Bestandteil der Gebäudeökonomie
Steigende Grundstückspreise und volle Gewerbegebiete fördern die intensive Nutzung der vorhandenen Kubatur. Dabei ist vor allem die vertikale Organisation von Lagerflächen besonders sinnvoll, da sie das Lagervolumen innerhalb der Gebäudehülle praktisch erweitert, ohne viel Platz wegzunehmen. Auf Schwerlastregalen mit 80 cm Tiefe lassen sich selbst sperrige Güter strukturiert verstauen, ohne dass an Fläche eingebüßt werden müssen. Grundsätzlich macht es aber Sinn, im Lager mit unterschiedlichen Regalsystemen zu arbeiten.

Hier kommt es aber nicht alleine auf die Abmessungen an, auch der Aufbau der Regale sollte variieren, damit sich von den Kleinteilen bis hin zu schweren Gegenständen alles verstauen lässt. Wichtig dabei ist, dass die Regalabmessung auch immer auf die Raumhöhe und die statische Kraft des Untergrunds abgestimmt ist. Denn nur so lässt es sich in einem sicheren Umfeld arbeiten.
Die Tragkraft und Nutzung sollten zusammen gedacht werden
Ein wichtiger Nenner bei der Planung eines Lagers ist die Punktlast. Diese beschreibt, wo entweder der Boden oder eben die Decke das meiste Gewicht tragen. Im Falle eines Schwerlastregals wäre dies zum Beispiel an den vier Beinen, und genau an diesen vier Punkten wird das Gewicht vom Boden übertragen. Eine präzise Berechnung der Nutzlast schafft Planungssicherheit und sorgt dafür, dass später die Regalsysteme ohne Einschränkung genutzt werden können. Wenn das Lager möglichst flexibel gehalten werden soll, braucht es Tragreserven. So können auch zukünftige Erweiterungen oder Umstrukturierungen der Fläche ohne erneuten großen Planungsaufwand umgesetzt werden.
Übersicht als Wertfaktor der Immobilie
Gewerbeimmobilien werden längst nicht mehr nur nach Größe, Baujahr und Co. bewertet. Für Investoren und Betreiber ist auch die Anpassungsfähigkeit einer Immobilie ein wichtiger Punkt. Klar zonierte Lagerbereiche steigern die Attraktivität für die unterschiedlichen Nutzergruppen. Eine durchdachte Innenlogistik erhöht somit die Drittverwendungsfähigkeit des Objekts. Damit eine nachhaltige Nutzbarkeit gefördert wird, kommt es auf einige Faktoren an.
- Klare Strukturen im Grundriss erleichtern spätere Umbauten oder Anpassungen.
- Tragreserven im Baukörper halten das Lager möglichst flexibel.
- Die Nutzung der gesamten Raumhöhe erhöht die Lagerkapazität und verbessert somit die Flächeneffizienz.
Die Innenlogistik ist längst keine betriebliche Detailfrage. Vielmehr wird sie zum zentralen Qualitätsmerkmal von modernen Gewerbebauten. Damit das Gebäude langfristig nutzbar bleibt, müssen Architektur und Statik Hand in Hand gehen.